In einem Land, das immer noch sehr stark obrigkeitsstaatlich geprägt
ist, ist der Reflex generell: Die da oben müssen was machen, ob das die
Kirche oder die Politik ist. Ich wünsche mir von den Bürgern, speziell
auch von den Katholiken, dass sie sich mehr zu Wort melden zu
gesellschaftlichen Fragen, zu Zukunftsfragen. Dieser Ruck sollte durch
unser Land gehen im Sinne einer bewussten Teilnahme der
Zivilgesellschaft am Leben des Landes. Die katholische Soziallehre sagt,
dass sich das Maß der Lebendigkeit einer Gesellschaft am Maß ihrer
Partizipation bemisst.
Genau das ist bereits geschehen, Eminenz, mit der Petition Pro Ecclesia, die die Initiatoren eigentlich dem Vorsitzendenn der DBK, Erzbischof Zollitsch, überreichen wollten, was aber nicht erreicht werden konnte.
Domradio meldet über die aktuelle Bischofskonferenz u.a.:
Gespannt sein darf man, wie die Bischöfe den bundesweiten Dialogprozess
fortschreiben, den der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof
Robert Zollitsch, beim Herbsttreffen in Fulda angestoßen hatte. Die
Bischöfe wollen einen Rahmen dafür festlegen, wie sie untereinander und
zusammen mit den Orden, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken
(ZdK) und anderen kirchlichen Einrichtungen über den Glauben in der
modernen Welt ins Gespräch kommen wollen.
Das ZdK hat sich bereits die Äußerungen des Theologen-Memondum zu eigen gemacht, was angesichts der Behauptung, im Namen aller deutschen Katholiken zu sprechen, reichlich unverfroren ist, wenn man den doch recht regen Widerspruch gegen diese "Reformanregungen" ansieht.
Wer sind denn diese "anderen kirchlichen Einrichtungen", mit denen man ins Gespräch kommen will?
Oder werden die mehr als zwölftausend Laien, die die Petition unterzeichnet haben, in diesem Diskurs als zu vernachlässigende Größe angesehen?
Ich fürchte, sie werden vernachlässigt werden. Und wenn es zehnmal mehr wären.
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